Equal Pension Day 2026: Warum Frauen in Österreich um 39,4 Prozent weniger Pension bekommen


Stell dir vor, du bestellst bei uns einen Gugelhupf und kriegst nur 60 Prozent davon. Du würdest zu Recht ein Theater machen. Bei den Pensionen passiert genau das:

 

Frauen in Österreich bekommen im Schnitt um 39,4 Prozent weniger Pension als Männer. 1.614 Euro statt 2.664 Euro, jeden Monat.

 

Was ist der Equal Pension Day?

Am 9. August ist Equal Pension Day. Das ist der Tag, an dem Männer im Schnitt schon so viel Pension bekommen haben, wie Frauen erst bis Silvester kriegen. 144 Tage Unterschied. Österreich ist damit Vize-Europameister bei der Pensionslücke, und glaub uns, auf den Titel san wir gar ned stolz.

 

Genau deshalb gibt es die Vollpension. Bei uns verdienen sich Senior:innen was zur oftmals zu geringen Pension dazu, sind mitten im Leben statt allein daheim und zeigen ganz nebenbei, was in der Generation steckt. In über 10 Jahren haben wir damit 2,3 Millionen Euro Zuverdienst ermöglicht. Das ist schön, aber es ist auch ein Pflaster auf einer Wunde, die eigentlich das System nähen müsste.

 

Warum die Lücke so groß ist

Weil Frauen den Großteil der unbezahlten Arbeit stemmen: Kinder, Pflege, Haushalt. Weil deswegen mehr als die Hälfte von ihnen Teilzeit arbeitet. Und weil ausgerechnet die Branchen, in denen besonders viele Frauen arbeiten, am schlechtesten bezahlt sind. Am Pensionskonto zählt das alles genau nix, die Rechnung kommt dann mit 65. Mehr als jede vierte alleinlebende Pensionistin in Österreich ist armutsgefährdet. Deshalb sagen wir’s gern nochmal laut:

 

Altersarmut ist weiblich. Und das ist kein Frauenproblem, sondern ein Systemfehler.

 

Und das Thema drückt längst nicht nur die, die schon in Pension sind. Schon 2025 haben wir in einer eigenen Studie mit Marketagent nachgefragt: 78 Prozent der Menschen unter 60 haben Angst, dass sich das Leben in der Pension nicht ausgeht. Bei Frauen sind es sogar 86 Prozent.

 

Was du tun kannst

Red drüber. Und denk dran: Die Lücke geht nicht nur die an, die heute schon in Pension sind. Wer jetzt jung ist, Teilzeit arbeitet oder Care-Arbeit stemmt, spürt sie später am eigenen Konto. Also mach dir am besten jetzt schon Gedanken, tausch dich aus und schau, wie’s um deine eigene Pension steht. Über Geld redet man nicht, heißt es gern. Genau das ist Teil des Problems. Denn je mehr Leute über die Lücke Bescheid wissen, desto schwerer lässt sie sich ignorieren. Der 9. August wär ein guter Tag, um damit anzufangen.

 

Quellen: Arbeiterkammer, Caritas (August 2026), Vollpension/Marketagent-Studie 2025. Zuletzt aktualisiert am 7. August 2026.

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