Öffentliches Wohnzimmer mit Oma Glücksgefühl

Wir sind Omas öffentliches Wohnzimmer. Die unterschiedlichsten Menschen mit all ihren Lebensgeschichten im Gepäck kommen hier bei Kaffee und Kuchen in gemütlich-kitschiger Atmosphäre auf Augenhöhe in Austausch. Bei uns ist jede/r herzlich willkommen solang er/ sie den anderen mit Respekt gegenübertritt und sich zu benehmen weiß. So is das bei da Oma!

Alt und Jung gehören zusammen. Und durch´s Reden und beim Essen kommen d´Leut zam. Davon sind wir überzeugt. Durch´s gemeinsame Werkeln ebenso, wie unser generationendiverses Team vorzeigt. 

Omas Kuchltisch dient bei uns als Kommunikations-Katalysator zwischen den Generationen, das Kuchen-Backen als Einkommens- und Inklusionsmöglichkeit für SeniorInnen. 

Zusammengefasst geht´s uns hier also um Folgendes: Um Omas und Opas, ums Miteinander Sein, um Liebe und um Kuchen, um Toleranz und das Feiern von Diversität.
Und um eine gerechtere Welt in der Alt und Jung einen Beitrag leisten und in der keiner in Einsamkeit alt wird.
Mehr zu unserer Intention und Vision findet ihr auch in Omas Spatzenpost.

Die Vollpension als Sozialunternehmen

Wir führen die  Vollpension als Sozialunternehmen. Kurz gesagt heißt das für uns, dass wir ein finanziell unabhängiges und nachhaltiges Gastronomieunternehmen aufbauen und (als wär das nicht schon genug) ist es für uns gleichwertig wichtig mit unserer Organisation auch soziale Ziele zu verfolgen.

Wir sind davon überzeugt, dass wir eine neue Form des Wirtschaftens brauchen. Mit mehr Menschlichkeit und sozialem Gewissen als Kern unseres täglichen Tuns. Und, dass soziales Handeln und wirtschaftlicher Erfolg in keinem Widerspruch stehen müssen.
In unserem Fall ist die Logik dahinter denkbar einfach:
Ohne glückliche Omas und Opas kein Kuchen (zum Verkaufen), ohne (verkaufte) Kuchen, keine glücklichen Omas und Opas. 
Neben unserem Ziel euch den besten Kuchen im gemütlichsten Lokal dieser Stadt zu servieren geht es uns vor allem um folgende soziale Anliegen:

FÖRDERUNG VON GENERATIONENDIALOG

Kurzes Gedankenexperiment an den werten lesenden Stadtmenschen: Wie oft warst du die letzten Monate in ein echt feines Gespräch mit einem Menschen verwickelt der deine Oma/dein Opa oder dein Enkerl sein hätte können? Eher selten bis gar nicht, richtig?
Immer wieder kommt es im oft stressigen Stadtalltag zu kurzen Interaktionen zwischen Alt und Jung- sei es ein kurzes Lächeln oder auch weniger freundliches Gesicht im Bus oder der U-Bahn oder ein schnelles Hallo zur älteren NachbarIn im Stiegenhaus. Interaktionspunkte wo qualitätsvolle, authentische Kommunikation zwischen Alt und Jung stattfindet gibt es im urbanen Raum allerdings selten.  Das fördert die wachsende Generationenkluft und Vorurteile zwischen den Generationen. Das Potenzial von gegenseitiger Unterstützung, Wissens- und Erfahrungsaustausch, wird so kaum genutzt.

In der Vollpension geben wir Dialog zwischen Alt und Jung ganz bewusst und natürlich Raum: sei es durch generationenverbindende Veranstaltungen oder einfach durch unser generationendiverses Team. Mit ca. 50% bilden die bei uns angestellten Omas und Opas die Mehrheit unserer MitarbeiterInnen, in Sachen Gschichtldrucken steht ihnen Team Jungspund allerdings um nichts nach.
Setzt´s eich her, samma mehr - wir freuen uns wenn ihr Alten und Jungen euch zum miteinander Reden mit uns an Omas Kuchltisch setzt!

INKLUSION VON SENIORINNEN IM URBANEN RAUM

omaalleinzuhaus

Oma allein zu Haus? Das kann´s echt nicht sein, finden wir! 
In Österreich sind rund 620.000 SeniorInnen alleinstehend. Ein Großteil davon lebt dabei im urbanen Raum (Quelle: Statistik Österreich, 2015). Besonders alleinstehende SeniorInnen laufen Gefahr von Einsamkeit und Isolation betroffen zu sein, aus sozialen Netzwerken zu fallen, die einer Verarmung auf geistiger und materieller Ebene präventiv entgegensteuern könnten. Mittelpunkt der gesellschaftlichen Beziehungen für die Älteren ist häufig die Familie, Aktivitäten außerhalb des häuslichen Umfeldes wie Lokalbesuche, Ausflüge oder Veranstaltungen unternehmen nur weniger als die Hälfte der SeniorInnen (lt. Forschungsinstitut für Altersökonomie, WU Wien). Ist das familiäre Umfeld nicht mehr vorhanden oder zu weit entfernt, nimmt folglich der soziale Kontakt und die Integration der SeniorInnen ab und die Isolation steigt. 

Die Arbeit in der Vollpension kann ein Weg sein um (wieder) soziale Kontakte zu knüpfen und raus zu kommen. Bei uns sind schon viele intergenerative Freundschaften entstanden und der eine oder andere hat hier seinen "Leih"opa gefunden mit dem sich´s so richtig gut übers Leben debattieren lässt. Die Vollpension ist für uns alle ein Ort des Zusammentreffens mit liebgewonnenen Menschen aller Altersklassen geworden.

ZUVERDIENST STATT ALTERSARMUT

oldiesnotgoldies

Oldies not Goldies! Man mag´s ja kaum glauben aber Altersarmut ist in unserem schönen Land, wo´s uns doch auf vielen anderen Ebenen und vorallem im Vergleich mit anderen Ländern doch sehr gut geht, ein großes Problem. 

226.000 SeniorInnen sind (laut Diakonie Österreich) von Einkommensarmut betroffen (12% der Menschen über 65 Jahre). Davon sind 53.000 Personen manifest arm und leiden aufgrund der schlechteren Wohnsituation und finanzieller Hindernisse besonders unter sozialer Isolation und einem erhöhten Risiko zu erkranken. 
28 % der alleinstehenden Pensionistinnen in Österreich sind armutsgefährdet. Nach alleinerziehenden Müttern haben sie laut Statistik Austria das höchste Armutsgefährdungspotential. Insbesondere alleinstehende Frauen aus niedrigeren sozialen Schichten sind betroffen (OPEIA – Hochaltrigkeit in Österreich. Österreichische Interdisziplinäre Hochaltrigenstudie [ÖIHS]).
Zu Altersarmut führen nach Hauser (2008) Faktoren wie u.a. niedriges Erwerbseinkommen, längere Perioden von Arbeitslosigkeit, vorzeitige Erwerbsunfähigkeit, oder längere Krankheiten. Mangelnde Inklusion am Erwerbsarbeitsmarkt in jüngeren Erwerbsarbeitsjahren wirkt sich auf die Höhe der Pension aus. Armut im Alter bedeutet nun nicht nur einen geringeren Zugang zu materiellen Ressourcen, sondern wiederum auch weniger Teilhabe an sozialen oder kulturellen Aktivitäten, was in Folge zu einer höheren Wahrscheinlichkeit von Vereinsamung führt – ein Teufelskreislauf, der da ist um durchbrochen zu werden.

Alle in der Vollpension arbeitenden SeniorInnen sind (na-no-na-ned) bei uns angestellt. Die meisten verdienen geringfügig zur Pension dazu. Einige schwingen auch in Teilzeit die Mixer. Für die meisten bedeutet dieser Zuverdienst einen Einkommensanstieg von 40%. Zum Thema Arbeiten in Pension findest du auch hier weiterführende Infos.

Social Return on Investment: 

Wenn ihr Interesse habt wie das Kompetenzzentrum für Social Entrepreneurship und Nonprofit Organisationen der WU Wien unsere Arbeit bewertet schaut euch die Social Return on Investment Analyse an, die die g´scheiten Damen und Herren der Universität über unser soziales Tun gemacht haben.