Das Wiener Kaffeelexikon

Wiener Kaffeehauskultur von A bis Z
Senior-Mitarbeiterin Frau Marianne serviert im Generationencafé Vollpension in Wien

Das Wiener Kaffeelexikon

Wiener Kaffeehauskultur von A bis Z

Von Melange bis SROI: alle Begriffe rund um Wiener Kaffeehauskultur, Mehlspeisen und die Vollpension erklärt.

Kaffeespezialitäten

Im Wiener Kaffeehaus hat jeder Kaffee einen Namen und eine Geschichte. Alle Spezialitäten ausführlich mit Tipps direkt aus der Vollpension gibt’s in unserem Kaffeespezialitäten-Guide.

Melange

Der Klassiker im Wiener Kaffeehaus. Eine Melange besteht aus einem verlängerten Mokka, der mit warmer Milch aufgegossen und mit einer Milchschaumkrone getoppt wird. Milder als ein Cappuccino, aber wärmer als ein Espresso.

Einspänner

Starker schwarzer Mokka, serviert im hohen Glas, abgeschlossen mit einer Schlagobershaube. Der Name stammt von den Wiener Einspänner-Kutschern, die ihr Glas mit einer Hand halten konnten, während sie mit der anderen das Pferd lenkten. Wichtigste Regel: nicht umrühren. Den heißen Kaffee durch das kühle Schlagobers trinken, das ist die Idee dahinter.

Verlängerter

Ein klassischer Mokka, der mit heißem Wasser verlängert wird und dadurch milder wird. Weniger intensiv als ein Kleiner Schwarzer und ideal für einen gemütlichen Start in den Tag.

Kleiner Brauner

Ein kurzer Mokka mit einem Schuss Milch oder Schlagobers. Das wienerische Pendant zum Espresso macchiato: klein, kraftvoll, ohne Schnickschnack. Der geht immer.

Großer Brauner

Wie der Kleine Brauner, nur größer. Einfach ein Mokka mit etwas mehr Milch.

Kapuziner

Ein kleiner Mokka mit einem Hauch Schlagobers. Die charakteristische braune Farbe erinnert an die Kutte der Kapuzinermönche, daher der Name. Weniger Milch als beim Brauner, mehr Kaffeeintensität.

Fiaker

Benannt nach den Wiener Fiakerkutschern: ein kräftiger Mokka im Glas, verfeinert mit einem Schuss Kirschwasser oder Rum, abgeschlossen mit Schlagobers. Ein Getränk, das jedenfalls von innen wärmt.

Maria Theresia

Ein doppelter Mokka, verfeinert mit einem Schuss Orangenlikör und großzügig mit Schlagobers. Benannt nach der österreichischen Kaiserin, die anscheinand, wenn man der Geschichte so glaubt, eine Vorliebe für Kaffee mit Orangenaroma hatte.

Kleiner Schwarzer

Quasi ein Espresso, also das Wiener Pendant dazu. Purer Mokka ohne Milch, kurz und kräftig.

Mehlspeisen

In Wien ist Mehlspeis kein Nachtisch, sondern eine Lebenseinstellung. Bei uns backen die Backomas und -opas täglich frisch ihre liebsten Mehlspeisen. Die besten Kaffee-Mehlspeis-Kombinationen haben wir euch auch in unserem Kaffeelexikon zusammengestll.t

Mehlspeis

Der Wiener Oberbegriff für alle Süßspeisen und Backwaren: egal ob Torten, Strudel, Kuchen, Buchteln oder ein einfacher Gugelhupft. In Wien ist Mehlspeis keine Beilage und kein Nachtisch, sondern eine eigenständige Mahlzeit.

Buchtel

Flaumiger Germteigteig mit einer Füllung aus Powidlmarmelade, golden gebacken und warm mit Vanillesauce serviert. Eine der beliebtesten Mehlspeisen Wiens und bei uns ned wegzudenken. Den Teig so flaumig hinzubekommen ist eine Kunst, die unsere Backomas und -opas perfektioniert haben.

Apfelstrudel

Hauchdünner gezogener Teig mit Apfelfüllung, Zimt, Rosinen und Brösel. Der Teig muss so dünn sein, dass man eine Zeitung darunter lesen könnte. Das ist keine Redewendung, das ist der echte Maßstab unserer Backsenior:innen.

Sachertorte

Schokoladentorte mit Marillenmarmelade und klassisch serviert mit Schlagobers. Die bekannteste Torte Österreichs, 1832 von Franz Sacher erfunden. Bei uns wird sie nicht nach dem Hotel-Rezept gebacken, sondern nach dem jahrelang erprobten Rezept von unseren Backomas und -opas.

Gugelhupf

Ein einfacher Kuchen in der charakteristischen Ringform mit dem mittigen Loch. Ein Wiener Familienklassiker, der in unzähligen Variationen existiert: mit Mohn, Nüssen, Schokolade oder Zitrone. Bei uns je nach Lust und Laune unserer Backomas und -opas.

Topfenstrudel

Wie der Apfelstrudel, aber mit einer cremigen Füllung aus Topfen. Das unterschätzte Strudel-Meisterwerk der österreichischen Backkunst. Wer den Apfelstrudel kennt und den Topfenstrudel noch nicht probiert hat, hat etwas verpasst.

Wiener Sprache und Kaffeehaus-Begriffe

Das Wiener Kaffeehaus hat sein eigenes Vokabular. Wir klären gerne über die gängigsten Begriffe auf.

Schanigarten

Der Gastgarten eines Wiener Kaffeehauses oder Lokals. Im Sommer das Herzstück des Wiener Lebensgefühls. Nicht umsonst ist Wieneine der lebenswertesten Städte. Wer einen Schanigarten-Platz ergattert, gibt ihn so schnell nicht wieder her. Wir haben einen in der Schleifmühlgasse und einen in der Johannesgasse.

Stammtisch

Der reservierte Tisch für Stammgäste im Kaffeehaus, oft mit einem kleinen Schild gekennzeichnet.

Kaffeesieder

Die historische Berufsbezeichnung für Kaffeehausbetreiber, die auf die Anfänge des Wiener Kaffeehauses zurückgeht. Heute noch als offizielle Zunftbezeichnung in der Wirtschaftskammer Wien geführt.

Grant

Wiener Begriff für eine mürrische, leicht unzufriedene Grundstimmung. Der „Wiener Grant” ist das liebevollste Klischee über die Eigenart der Wiener:innen: grantig nach außen, herzlich nach innen. In der Vollpension bricht eine frische Buchtel jeden Grant, versprochen!

Kultur und Institutionen

Das Wiener Kaffeehaus ist mehr als ein Ort, es ist eine Institution. Diese Begriffe erklären den kulturellen und gesellschaftlichen Rahmen. Mehr dazu auch in unserem Wiener Kaffeehaus Guide.

UNESCO Immaterielles Kulturerbe

Seit 2011 ist die Wiener Kaffeehauskultur offiziell im Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO eingetragen. Geschützt wird nicht ein Gebäude und nicht ein Rezept, sondern das Gefühl, die Haltung, die Langsamkeit.

Third Wave Coffee

Die Bewegung, die Kaffee als hochwertiges Handwerksprodukt mit Herkunft, Röstprofil und Zubereitungsmethode versteht, ähnlich wie Wein oder Craft Beer. In Wien verbinden Cafés wie Jonas Reindl diese Philosophie mit der traditionellen Kaffeehausatmosphäre. Wie sich Third Wave Coffee und Wiener Tradition zueinander verhalten, erklären wir im Artikel zur modernen Kaffeehauskultur.

Kaffeehaus-Etikette

Die ungeschriebenen Regeln des Wiener Kaffeehauses: mit dem richtigen Namen bestellen, das Glasl Wasser nicht wegschicken lassen, den Einspänner nicht umrühren, beim Zahlen aufrunden und „Machen’s fünfzig” sagen.

Vollpension-Begriffe

Diese Begriffe erklären, wer wir sind und wie wir arbeiten. Mehr dazu auf unserer Seite zur sozialen Wirkung.

Generationencafé

Ein Café, das Generationen bewusst zusammenbringt: Jung und Alt an einem Tisch, Gäste aus aller Welt treffen auf Stammgäste, Pensionist:innen und junge Mitarbeiter:innen arbeiten Hand in Hand. Die Vollpension ist das bekannteste Generationencafé Wiens und Österreichs. Mehr zur sozialen Wirkung.

Social Business

Ein Unternehmen, das wirtschaftlich arbeitet und gleichzeitig gesellschaftliche Ziele verfolgt. Kein Verein, keine NGO, kein Charity-Projekt, sondern ein nachhaltiges Geschäftsmodell, das Profit und gesellschaftlichen Mehrwert als gleichwertige Ziele versteht. Die Vollpension ist ein Social Business. Mehr zur sozialen Wirkung.

SROI

Social Return on Investment: eine anerkannte Methode zur Messung und Kommunikation des gesellschaftlichen Mehrwerts, den ein Unternehmen pro investiertem Euro erzeugt. Der SROI der Vollpension zeigt konkret, wie viel sozialer Wert durch jeden Kaffee, jede Torte und jeden Arbeitsplatz entsteht. Mehr zur sozialen Wirkung .

Backoma und Backopa

Unsere liebevolle Bezeichnung für die Senior:innen, die bei uns in der Vollpension täglich frisch backen und servieren.

Die Begriffe live erleben

Melange, Buchtel, Generationencafé: bei uns im 1. oder 4. Bezirk kommen alle diese Begriffe zusammen.

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