Wie Österreich zum Älterwerden steht: unser aktuelles Stimmungsbild

Wir sprechen immer wieder mit Menschen in unseren beiden Cafés, in unseren Backkursen, bei Interviews und Veranstaltungen. Und immer wieder haben wir eine Frage gehört: Wie sieht die Gesellschaft eigentlich das Älterwerden?

Weil wir das nicht nur aus unserer Perspektive beantworten wollten, haben wir eine österreichweite Studie in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse geben ein aktuelles Stimmungsbild und zeigen: Es gibt viel Wertschätzung. Aber es gibt auch Handlungsbedarf.

 

 

Die guten Nachrichten

Die Wertschätzung für ältere Menschen ist in Österreich hoch. Die Studie zeigt, dass die Bevölkerung erkennt, welchen gesellschaftlichen Beitrag Senior:innen leisten. Sei es durch Care-Arbeit für Enkelkinder, durch Ehrenamt, durch weitergegebenes Wissen. Das ist eine gute Ausgangslage.

 

Auch die Wahrnehmung, dass Generationendialog wichtig ist, ist deutlich vorhanden. Die Menschen wollen mehr Austausch zwischen den Generationen. Sie sehen darin einen Wert, der über das Individuelle hinausgeht.

 

 

Aber es gibt Nachholbedarf

Gleichzeitig zeigt die Studie auch das Gegenteil. Ältere Menschen sind in vielen Bereichen strukturell benachteiligt. Sie werden in der Kommunikation oft übergangen, in Entscheidungen selten einbezogen, in der Arbeitswelt kaum noch wahrgenommen. Der Übergang in die Pension bedeutet für viele einen abrupten Wechsel von Sichtbarkeit in Unsichtbarkeit.

 

Und dann ist da das Thema Einsamkeit. Die Angst, im Alter alleine zu sein, ist in Österreich weit verbreitet. Sie betrifft nicht nur die tatsächlich Betroffenen, sondern auch die jüngeren Generationen, die für ihre Eltern und Großeltern denken. Einsamkeit im Alter ist eines der drängendsten sozialen Themen unserer Zeit, und die Zahlen bestätigen das.

 

 

Was das für unsere Arbeit bedeutet

Genau hier setzt unser Konzept an. Wir sind ein Generationencafé, weil wir überzeugt sind, dass die Trennung zwischen Alt und Jung im Alltag ein Verlust ist. Für beide Seiten.

Wir sind nicht die Antwort auf alles. Aber wir sind ein Beispiel dafür, dass es anders geht. Dass ältere Menschen im Arbeitsleben nicht überflüssig sind. Dass Generationendialog nicht organisiert werden muss, sondern von selbst entsteht, wenn der richtige Raum vorhanden ist.

 

 

Was wir daraus mitnehmen

Die Studie bestätigt für uns drei Dinge. Erstens: Der Bedarf an Orten wie unserem ist da. Zweitens: Die Gesellschaft hat den Willen, sich zu verändern. Drittens: Es fehlt an Umsetzung.

 

Wir werden weiterhin daran arbeiten, das zu ändern: Mit einem Café, in dem Menschen jeder Generation willkommen sind. Backkursen, in denen Wissen von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. Mit unseren Partnerschaften, wo wir andere Unternehmen ermutigen, es uns gleich zu tun. Und mit einer klaren Haltung, dass Älterwerden nicht das Ende ist, sondern eine Phase, in der noch viel möglich ist.