10 Jahre Schleifmühlgasse – ein Rückblick voller Mehlstaub & Liebe

Liebe Vollpension-Fans,

es gibt Momente im Leben, da schaut man zurück und denkt sich: „Wahnsinn, wie ist das eigentlich alles passiert?“

Genau so geht’s uns dieser Tage – denn unser erstes „öffentliches Wohnzimmer“ in der Schleifmühlgasse feiert 10-jähriges Jubiläum!

 

Wie alles begonnen hat

Im Sommer 2014 waren wir mit unserer ersten „Oma on Tour“ durch Österreich unterwegs. Und während wir Mehlspeisen durchs Land trugen, wuchs der Wunsch nach einem fixen Zuhause für die Vollpension.
Also machten wir uns in Wien auf Standortsuche – und landeten schließlich in der Schleifmühlgasse 16, einem alten Souterrain Lokal.

Wenn wir ehrlich sind: Niemand – wirklich niemand – hätte damals gedacht, dass aus dieser alten Pizzeria mit Raucherraum, viel Holz, viel Glas und einem riesigen Pizzaofen jemals der Vollpensions-Charme sprießen könnte.
Aber wir hatten einen verrückten Traum, einen Sommer voller „Oma on Tour“ in Österreich hinter uns – und eine große Portion Idealismus im Gepäck.

Also haben wir selbst Hand angelegt: Wände freigelegt, Decken ausgemalt, Böden verlegt, alles geschrubbt, geflucht, gelacht … und plötzlich war er da:
unser erster Ort, an dem Mehlspeise zum Gesprächskatalysator wird.

Omas öffentliches Wohnzimmer – 10 Jahre voller Geschichten

Seit der Eröffnung 2015 haben wir unzählige Momente gesammelt, Kuchen verteilt, Erinnerungen geweckt, Gstanzl gesungen, neue Freundschaften wachsen gesehen und und und…

 

Unsere Frau Marianne erinnert sich noch genau an ihren Anfang im Herbst 2015 :„Man hat mir eine Schürze umgebunden, und plötzlich war ich mitten unter den Gästen.“ Zehn Jahre später ist sie immer noch da – und wir können uns die Schleifmühlgasse ohne sie nicht mehr vorstellen.

Die schwierige Zeit: 2020

Und dann kam 2020, der erste Lockdown – ein Jahr, das uns allen in den Knochen steckt. Schnell wird klar, dass es für arbeitende Pensionist:innen keine Unterstützung vom Staat geben wird. Nur durch eure Unterstützung, das Crowdfunding und eure Liebe zu Buchteln & Co. konnten wir die ersten Wochen überleben. Ohne euch wäre die Vollpension heute nicht mehr da. Punkt.

 

Was bleibt – und was kommt

Egal, ob Schleifmühlgasse oder Johannesgasse – der Kern ist derselbe geblieben: frisch gebackene Mehlspeisen von Omas & Opas, die Generationen an einen Tisch bringen. Eine Neuinterpretation des Wiener Kaffeehauses – feine Bohnen, beste Mehlspeisen, ein Ort zum Verweilen, der Reflexion und des kritischen Denkens. Nur dass bei uns Senior:innen im Zentrum stehen, nicht am Rand.

Wir führen die Wiener Kaffeehauskultur fort – aber lenken unsere Gedanken ganz klar auf Themenfelder, die uns bewegen: Altersarmut, Isolation im Alter und die Kluft zwischen den Generationen. Kaffeehauskultur, die nicht nur gut schmeckt, sondern auch gut(es) tut.

 

Und in die Zukunft blicken wir voller Vorfreude:

Mehr Generationencafés, mehr Arbeitsplätze für Senior:innen, noch mehr Geschichten – und hoffentlich noch viel mehr gemeinsame Jahre mit euch.

Danke, dass ihr diese Reise möglich macht. Danke, dass ihr seit 10 Jahren mit uns Kuchen esst, Erinnerungen teilt, uns unterstützt und immer wieder zeigt, warum wir tun, was wir tun.

 

Auf die nächsten 10 Jahre in der Schleifmühlgasse – und auf alle zukünftigen Generationencafés, die hoffentlich bald folgen

Ganzes dickes Busserl,

das Team der Vollpension