Öffentliches Wohnzimmer mit Oma Glücksgefühl

Wir sind Omas öffentliches Wohnzimmer in dem Menschen, so unterschiedlich sie auch sein mögen mit all ihren Lebensgeschichten im Gepäck bei Kaffee und Kuchen in gemütlich-kitschiger Atmosphäre auf Augenhöhe in Austausch kommen. Bei uns ist jede/r herzlich willkommen solang er/ sie den Anderen mit Respekt gegenübertritt und sich zu benehmen weiß- so is das bei da Oma!
Alt und Jung gehören zusammen und durch´s Reden und beim Essen kommen d´Leut zam- davon sind wir überzeugt. Durch´s gemeinsame Werkeln ebenso, wie unser generationendiverses Team vorzeigt. 

Omas Kuchltisch dient bei uns als Kommunikations-Katalysator zwischen den Generationen, das Kuchen-Backen als Einkommens- und Inklusionsmöglichkeit für SeniorInnen. 

Oma Glücksgefühl zum Runterkommen, näher Zusammenrutschen, Miteinander Sein... und Kuchen essen!

...nicht nur der Kunde ist König! Auch uns muss es gut gehen!

Der Kunde ist König.. Jo eh! Wir glauben aber an eine Welt in der alle gleich wichtig sind. Deswegen muss es nicht nur unseren lieben Gästen, sondern auch uns gut gehen.
Und weil bei uns alle mit anpacken, kann´s auch schon mal passieren, dass die Gäste zum Teil des Teams werden und gegen ein Stückerl Kuchen zum Besteck Polieren eingeteilt werden...
Damit unser sozialer Gastronomiebetrieb funktionieren kann, erwarten wir von allen MitarbeiterInnen unserer kunterbunten Pensen-Family dass jede/r das Beste gibt und auf die Tube drückt, so weit das individuell möglich ist. Andererseits sind wir aber auch überzeugt, dass jedes Menschenkind eine zweite Chance verdient hat. Ehrlichkeit, Vertrauen, eine offene Kommunikation und Transparenz im Team haben es uns ermöglicht, dass wir, Jung und Alt, Tag ein Tag aus unseren Betrieb schupfen und zu einer Art (Ersatz)Familie geworden sind. Wie in jeder Familie kracht´s dann zwischendurch auch mal, das ist klar. Wir reden d´rüber, können (meistens) über uns lachen, manchmal tanzen wir gemeinsam oder trinken ein Stamperl Eierlikör. Das hilft gegebenenfalls auch um wieder näher zusammen zu rutschen... (Achtung: das gilt nur für Menschen über 18 Jahre!)

Die Vollpension als Sozialunternehmen

Wir führen die  Vollpension als Social Business/ Sozialunternehmen. Das heißt für uns, dass wir ein finanziell unabhängiges und nachhaltiges Gastronomieunternehmen aufbauen und (als wär das nicht schon genug) ist es für uns gleichwertig wichtig mit unserer Organisation auch soziale Ziele zu verfolgen.

Wir sind davon überzeugt, dass wir eine neue Form des Wirtschaftens brauchen. Mit mehr Menschlichkeit und sozialem Gewissen als Kern unseres täglichen Tuns. Und, dass soziales Handeln und wirtschaftlicher Erfolg in keinem Widerspruch stehen müssen.
In unserem Fall ist die Logik dahinter denkbar einfach:
Ohne glückliche Omas und Opas kein Kuchen (zum Verkaufen), ohne (verkaufte) Kuchen, keine glücklichen Omas und Opas. Neben unserem Ziel euch den besten Kuchen im gemütlichsten Lokal dieser Stadt zu servieren geht es uns vor allem um folgende soziale Anliegen:

FÖRDERUNG VON GENERATIONENDIALOG

Kurzes Gedankenexperiment an den werten lesenden Stadtmenschen: Wie oft warst du die letzten Monate in ein echt feines Gespräch mit einem Menschen verwickelt der deine Oma/dein Opa oder dein Enkerl sein hätte können? Eher selten bis gar nicht, richtig?
Immer wieder kommt es im oft stressigen Stadtalltag zu kurzen Interaktionen zwischen Alt und Jung- sei es ein kurzes Lächeln oder auch weniger freundliches Gesicht im Bus oder der U-Bahn oder ein schnelles Hallo zur älteren NachbarIn im Stiegenhaus. Interaktionspunkte wo qualitätsvolle, authentische Kommunikation zwischen Alt und Jung stattfindet gibt es im urbanen Raum allerdings selten.  Das fördert die wachsende Generationenkluft und Vorurteile zwischen den Generationen. Das Potenzial von gegenseitiger Unterstützung, Wissens- und Erfahrungsaustausch, wird so kaum genutzt.

In der Vollpension geben wir Dialog zwischen Alt und Jung ganz bewusst und natürlich Raum: sei es durch generationenverbindende Veranstaltungen oder einfach durch unser generationendiverses Team. Mit ca. 60% bilden die bei uns angestellten Omas und Opas die Mehrheit unserer MitarbeiterInnen, in Sachen Gschichtldrucken steht ihnen Team Jungspund allerdings um nichts nach.
Setzt´s eich her, samma mehr - wir freuen uns wenn ihr Alten und Jungen euch zum miteinander Reden mit uns an Omas Kuchltisch setzt!

INKLUSION VON SENIORINNEN IM URBANEN RAUM

omaalleinzuhaus

Oma allein zu Haus? Das kann´s echt nicht sein, finden wir! 
In Österreich sind rund 620.000 SeniorInnen alleinstehend. Ein Großteil davon lebt dabei im urbanen Raum (Quelle: Statistik Österreich, 2015). Besonders alleinstehende SeniorInnen laufen Gefahr von Einsamkeit und Isolation betroffen zu sein, aus sozialen Netzwerken zu fallen, die einer Verarmung auf geistiger und materieller Ebene präventiv entgegensteuern könnten. Mittelpunkt der gesellschaftlichen Beziehungen für die Älteren ist häufig die Familie, Aktivitäten außerhalb des häuslichen Umfeldes wie Lokalbesuche, Ausflüge oder Veranstaltungen unternehmen nur weniger als die Hälfte der SeniorInnen (lt. Forschungsinstitut für Altersökonomie, WU Wien). Ist das familiäre Umfeld nicht mehr vorhanden oder zu weit entfernt, nimmt folglich der soziale Kontakt und die Integration der SeniorInnen ab und die Isolation steigt. 

Die Arbeit in der Vollpension kann ein Weg sein um (wieder) soziale Kontakte zu knüpfen und raus zu kommen. Bei uns sind schon viele intergenerative Freundschaften entstanden und der eine oder andere hat hier seinen "Leih"opa gefunden mit dem sich´s so richtig gut übers Leben debattieren lässt. Die Vollpension ist für uns alle ein Ort des Zusammentreffens mit liebgewonnenen Menschen aller Altersklassen geworden.

ZUVERDIENST STATT ALTERSARMUT

oldiesnotgoldies

Oldies not Goldies! Man mag´s ja kaum glauben aber Altersarmut ist in unserem schönen Land, wo´s uns doch auf vielen anderen Ebenen und vorallem im Vergleich mit anderen Ländern doch sehr gut geht, ein großes Problem. 

226.000 SeniorInnen sind (laut Diakonie Österreich) von Einkommensarmut betroffen (12% der Menschen über 65 Jahre). Davon sind 53.000 Personen manifest arm und leiden aufgrund der schlechteren Wohnsituation und finanzieller Hindernisse besonders unter sozialer Isolation und einem erhöhten Risiko zu erkranken. 
28 % der alleinstehenden Pensionistinnen in Österreich sind armutsgefährdet. Nach alleinerziehenden Müttern haben sie laut Statistik Austria das höchste Armutsgefährdungspotential. Insbesondere alleinstehende Frauen aus niedrigeren sozialen Schichten sind betroffen (OPEIA – Hochaltrigkeit in Österreich. Österreichische Interdisziplinäre Hochaltrigenstudie [ÖIHS]).
Zu Altersarmut führen nach Hauser (2008) Faktoren wie u.a. niedriges Erwerbseinkommen, längere Perioden von Arbeitslosigkeit, vorzeitige Erwerbsunfähigkeit, oder längere Krankheiten. Mangelnde Inklusion am Erwerbsarbeitsmarkt in jüngeren Erwerbsarbeitsjahren wirkt sich auf die Höhe der Pension aus. Armut im Alter bedeutet nun nicht nur einen geringeren Zugang zu materiellen Ressourcen, sondern wiederum auch weniger Teilhabe an sozialen oder kulturellen Aktivitäten, was in Folge zu einer höheren Wahrscheinlichkeit von Vereinsamung führt – ein Teufelskreislauf, der da ist um durchbrochen zu werden.

Alle in der Vollpension arbeitenden SeniorInnen sind (na-no-na-ned) bei uns angestellt. Die meisten verdienen geringfügig zur Pension dazu. Einige schwingen auch in Teilzeit die Mixer. Für die meisten bedeutet dieser Zuverdienst einen Einkommensanstieg von 50%.

Omas und Opas aufgepasst!

So unterschiedlich unsere Omas und Opas sind, so unterschiedlich sind auch ihre Motive und Beweggründe in der Vollpension zu arbeiten.
Du bist selbst über 55 Jahre alt und denkst gut zu unserem kunterbunten Haufen dazu zu passen und bist auf der Suche nach Arbeit? Die Nachfrage von Arbeit suchenden Omas und Opas ist zwar groß aber wir sind auch immer wieder auf der Suche nach BäckerInnen und GastgeberInnen. 

Wir können dir nicht versprechen, dass wir genau jetzt in diesem Moment unser Team vergrößeren, dich kennenlernen und deine Geschichte hören wollen wir aber auf jeden Fall! Melde dich bei uns unter info@vollpension.wien

Social Return on Investment: 

Wenn ihr Interesse habt wie das Kompetenzzentrum für Social Entrepreneurship und Nonprofit Organisationen der WU Wien unsere Arbeit bewertet schaut euch die Social Return on Investment Analyse an, die die g´scheiten Damen und Herren der Universität über unser soziales Tun gemacht haben.